Auszahlungsquoten im Vergleich: 77 bis 99 Prozent
Die Spannweite ist der eigentliche Befund. Am unteren Ende stehen die Geldspielautomaten in deutschen Spielhallen und in der Gastronomie: Das Jahrbuch Sucht rechnet für 2023 mit einem Spielgewinnanteil von 77,1 Prozent, der unteren Grenze des Auszahlungsquoten-Spektrums. Am oberen Ende liegt Video Poker in der 9/6-Auszahlungstabelle bei 99,54 Prozent, sofern optimal gespielt wird. Zwischen diesen beiden Werten liegen mehr als 22 Prozentpunkte, und das ist im Erwartungswert der Unterschied zwischen 4,60 Euro und 229 Euro Verlust pro 1.000 Euro Einsatz.
Werte für Casinospiele aus der Spielmathematik des jeweiligen Regelsatzes. Wert für Geldspielautomaten: Jahrbuch Sucht 2025, Kapitel 2.4 „Glücksspiel – Zahlen und Fakten“, Berichtsjahr 2023.
Die Auszahlungsquote der Spielautomaten in Deutschland
Für Geldspielgeräte in Spielhallen und Gastronomie schreibt die Spielverordnung keine Auszahlungsquote vor, wohl aber die Grenzen, innerhalb derer gespielt wird. Diese Grenzen bestimmen am Ende, wie viel Geld überhaupt durch ein Gerät laufen kann. Die Auszahlungsquote der Spielautomaten ergibt sich damit indirekt aus dem Regelwerk und nicht aus einer festgelegten Zielgröße.
Die Mindestspieldauer beträgt fünf Sekunden.
Dabei darf der Einsatz 0,20 Euro nicht übersteigen.
Der Gewinn darf höchstens 2 Euro betragen.
Die Summe der Verluste (Einsätze abzüglich Gewinne) darf im Verlauf einer Stunde 60 Euro nicht übersteigen.
Die Summe der Gewinne abzüglich der Einsätze darf im Verlauf einer Stunde 400 Euro nicht übersteigen.
Quelle: § 13 Spielverordnung (SpielV). Verordnung über Spielgeräte und andere Spiele mit Gewinnmöglichkeit.
Aus diesen Werten folgt eine Rechnung, die selten gezogen wird: Bei einer Mindestspieldauer von fünf Sekunden und einem Höchsteinsatz von 0,20 Euro kann ein Gerät maximal 144 Euro Einsatz pro Stunde annehmen, der Verlust ist aber zusätzlich auf 60 Euro je Stunde begrenzt. Die Auszahlungsquote der Spielautomaten ist damit nicht der einzige Hebel: Der Gesetzgeber deckelt beim terrestrischen Gerät direkt den Verlust, nicht die Quote.
Was Online Casinos anzeigen müssen
Bei virtuellen Automatenspielen greift ein anderer Ansatz. Erlaubte Online Casinos unterliegen dem Glücksspielstaatsvertrag, der hier den Einsatz statt des Verlusts begrenzt und zusätzlich etwas verlangt, das es beim terrestrischen Gerät nicht gibt: eine sichtbare Angabe der durchschnittlichen Auszahlungsquote.
Der Einsatz darf einen Euro je Spiel nicht übersteigen.
Ein Spiel muss durchschnittlich mindestens fünf Sekunden dauern.
Das gleichzeitige Spielen von mehreren virtuellen Automatenspielen ist verboten. Dies gilt auch für das Spielen desselben Spiels.
Einsätze, Gewinne oder Teile von Einsätzen oder Gewinnen dürfen nicht zu dem Zweck angesammelt werden, Gewinne für künftige Spiele zu schaffen (Jackpotverbot).
Dem Spieler sind die Wahrscheinlichkeit auf den Gewinn des Höchstgewinns sowie die durchschnittliche Auszahlungsquote je einen Euro Spieleinsatz erkennbar anzuzeigen.
Quelle: § 22a GlüStV 2021, Virtuelle Automatenspiele. Glücksspielstaatsvertrag 2021 (Landesrecht, hier abgerufen über gesetze-bayern.de).
Die letzte dieser Regeln ist für jeden, der Auszahlungsquoten vergleichen will, die wichtigste. Wer in Deutschland ein erlaubtes virtuelles Automatenspiel öffnet, muss die durchschnittliche Auszahlungsquote je einen Euro Einsatz dort finden können, zusammen mit der Wahrscheinlichkeit auf den Höchstgewinn. Die Zahl ist also keine Marketingangabe, sondern eine Pflichtangabe im Spiel selbst. Deutsche Online Casinos mit Erlaubnis führen sie deshalb im Spielinformationsbereich. Wer sie sucht und nicht findet, hat ein Indiz dafür, dass das Angebot nicht dem erlaubten Markt angehört.
Der Einsatzdeckel von einem Euro je Spiel und die Mindestdauer von durchschnittlich fünf Sekunden ergeben zusammen eine Obergrenze von 720 Euro Einsatz pro Stunde. Das ist das Fünffache dessen, was ein terrestrisches Gerät annehmen darf. Gleichzeitig fehlt online die Stundengrenze für den Verlust. Beide Regime schützen also, aber sie greifen an unterschiedlichen Stellen an, und ein Vergleich der beiden Auszahlungsquoten allein verfehlt genau diesen Unterschied.
Nicht jedes Spiel darf online überhaupt angeboten werden. Virtuelle Automatenspiele, die den in Spielbanken angebotenen Tischspielen mit Bankhalter entsprechen (Roulette, Black Jack, Baccara), sind unzulässig. Die Gewinnaussichten müssen zufällig sein und allen Spielenden gleiche Chancen bieten.
Alle Werte in der Übersicht
| Spiel | Auszahlungsquote | Hausvorteil | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Video Poker (9/6 Jacks or Better) | 99,54 % | 0,46 % | veröffentlichte Berechnung für die 9/6-Auszahlungstabelle |
| Blackjack (Basisstrategie, 6 Decks, S17) | 99,50 % | 0,50 % | veröffentlichte Berechnung für den genannten Regelsatz; der Wert verschiebt sich mit Deckzahl, Dealer-Regel und Double-Regel |
| Baccarat (Banker) | 98,94 % | 1,06 % | vollständige Auszählung aller Kartenfolgen des Standardregelsatzes |
| Craps (Pass Line) | 98,59 % | 1,41 % | Rechnung: 244/495 Gewinnwahrscheinlichkeit gegen 251/495 Verlustwahrscheinlichkeit bei Auszahlung 1:1 |
| Roulette (Single Zero) | 97,30 % | 2,70 % | Rechnung: 1/37 = 2,7027 %, der Wert gilt für jede Standardwette am Single-Zero-Kessel |
| Roulette (Double Zero) | 94,74 % | 5,26 % | Rechnung: 2/38 = 5,2632 %, ein einziges zusätzliches Fach verdoppelt den Hausvorteil |
| Geldspielautomaten in Spielhallen und Gastronomie (Deutschland) | 77,1 % | 22,9 % | untere Grenze des Spektrums, Rechengrundlage des Jahrbuchs für 2023 |
Was die Quote nicht sagt
Eine Auszahlungsquote ist ein Langfristwert und sagt über einen einzelnen Abend nichts aus. Zwei Spiele mit identischer Quote können sich völlig unterschiedlich anfühlen: Das eine zahlt häufig kleine Beträge, das andere selten große. Dieser Unterschied heißt Volatilität, und er entscheidet darüber, wie schnell ein Guthaben schwankt. Wer Auszahlungsquoten im Vergleich betrachtet, sollte deshalb immer beide Größen nebeneinander lesen, die Quote und die Streuung.
Ebenso wenig lässt sich aus der Quote ein Zeitpunkt ableiten. Ein Spiel führt kein Konto darüber, wie viel es zuletzt ausgezahlt hat. Jede Runde ist unabhängig, weshalb der oft gehörte Gedanke, ein Gerät sei nach einer langen Verlustserie fällig, mathematisch falsch ist.
Nach Spielart getrennt
Automatenspiele und Tischspiele folgen unterschiedlichen Regelwerken, und die Auszahlungsquote entsteht bei ihnen auf verschiedene Weise. Beide Fälle haben deshalb eine eigene Seite.
- Auszahlungsquote bei Spielautomaten Die Rechengrundlage der Suchtforschung, die Grenzwerte der Spielverordnung und die Anzeigepflicht, die nur online gilt.
- Auszahlungsquoten bei Tischspielen Alle Werte mit Rechenweg, dazu was eine einzelne geänderte Tischregel kostet.
Häufige Fragen zur Auszahlungsquote
Wie hoch ist die Auszahlungsquote in deutschen Online Casinos?
Der Gesetzgeber schreibt keine Mindestquote vor, verpflichtet die Anbieter aber, die durchschnittliche Auszahlungsquote je einen Euro Einsatz im Spiel anzuzeigen (§ 22a Abs. 3 Satz 3). Der verbindliche Wert steht damit im Spiel selbst und nicht in einer Werbeaussage.
Warum haben Geldspielautomaten eine niedrigere Quote als Tischspiele?
Weil sie anders reguliert und anders kalkuliert sind. Das Jahrbuch Sucht rechnet für 2023 mit 77,1 Prozent als unterer Grenze, während Roulette am Single-Zero-Kessel bei 97,30 Prozent liegt. Der Abstand ist keine Frage des Anbieters, sondern der Spielform.
Bedeutet eine Quote von 97 Prozent, dass ich 97 Prozent zurückbekomme?
Nein, jedenfalls nicht an einem Abend. Der Wert gilt im Erwartungswert über sehr viele Runden. Kurzfristig entscheidet die Streuung, und die kann in beide Richtungen weit vom Erwartungswert abweichen.
Ist eine hohe Auszahlungsquote immer besser?
Für den erwarteten Verlust ja, für das Spielerlebnis nicht zwangsläufig. Eine hohe Quote bei extrem hoher Volatilität kann ein Guthaben schneller aufzehren als eine etwas niedrigere Quote bei ruhigem Spielverlauf, weil die langen Verlustphasen dazwischen länger sind.
Quellen
- § 22a GlüStV 2021, Virtuelle Automatenspiele, Primärtext.
- § 13 Spielverordnung (SpielV), Primärtext.
- Jahrbuch Sucht 2025, Kapitel 2.4 „Glücksspiel – Zahlen und Fakten“, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Berichtsjahr 2023.
Vollständige Übersicht unter Quellen und Methodik.