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Was ist LUGAS? Einzahlungslimit und Aktivitätsdatei erklärt

Was ist LUGAS? Die Abkürzung steht für Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem. Es entscheidet nicht darüber, wer spielen darf, sondern begrenzt, wie viel Geld eingezahlt werden kann und ob bei mehreren Anbietern gleichzeitig gespielt wird.

Einzahlungslimit setzen

1 bis 1.000 €

1 €500 €1.000 €
300 €Limit im Monat, anbieterübergreifend
sofortÄnderung wirksam

Senkung wirkt sofort, Erhöhung erst nach 7 Tagen (§ 6c Abs. 3 Sätze 2 und 3 GlüStV 2021).

Front eines Serverschranks in einem abgedunkelten Maschinenraum mit parallel verlegten Patchkabeln

Was ist LUGAS und wer betreibt es

Wer fragt, was ist LUGAS, bekommt meist die Antwort „ein Limitsystem". Das greift zu kurz. LUGAS besteht aus zwei getrennten Dateien mit unterschiedlichen Aufgaben, und nur eine davon hat mit Geld zu tun. Die vollständige Antwort auf die Frage, was ist LUGAS, lautet deshalb: eine Limitdatei und eine Aktivitätsdatei, betrieben von derselben Behörde, aber mit getrennten Zwecken.

Limitdatei

überwacht das anbieterübergreifende Einzahlungslimit

§ 6c Abs. 4 Satz 1 GlüStV 2021

Aktivitätsdatei

erfasst, ob eine Person bei mehreren Anbietern gleichzeitig aktiv ist

FAQ der GGL

Die Aktivitätsdatei ist der Teil, der in der öffentlichen Diskussion fehlt. Der Glücksspielstaatsvertrag verbietet das gleichzeitige Spielen mehrerer virtueller Automatenspiele (§ 22a Abs. 10 Satz 1–2), und dieses Verbot endet nicht an der Grenze des einzelnen Anbieters. Damit es anbieterübergreifend durchsetzbar ist, muss zentral bekannt sein, wo jemand gerade aktiv ist. Genau das erklärt, warum ein Wechsel zwischen zwei erlaubten Anbietern nicht sofort funktioniert.

Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit

Das Einzahlungslimit gilt nicht je Anbieter, sondern für alle erlaubten Anbieter zusammen. Es beträgt grundsätzlich höchstens 1.000 Euro im Monat (§ 6c Abs. 1 Satz 2 GlüStV 2021). In der Praxis reicht das selbst gesetzte Limit von 1 Euro bis 1.000 Euro im Monat. Wer bei drei Anbietern registriert ist, hat deshalb nicht dreimal dieses Limit, sondern einmal.

Abweichungen sind möglich, aber nicht durch den Spieler: In der Erlaubnis kann festgelegt werden, dass und unter welchen Voraussetzungen der Erlaubnisinhaber im Einzelfall mit anbieterübergreifender Wirkung einen abweichenden Betrag festsetzen kann. (§ 6c Abs. 1 Satz 3 GlüStV 2021). Das Limit ist damit eine behördlich gerahmte Größe und keine Einstellung, die sich im Kundenkonto frei hochschieben lässt.

Wann eine Änderung des Einzahlungslimits wirkt
Schutzfrist bei Erhöhung gegenüber sofortiger Wirkung bei Senkung Eine Senkung des Limits wirkt sofort. Eine Erhöhung wirkt erst nach sieben Tagen. Beide Angaben stehen im Text darüber. Tag 0 +1 +2 +3 +4 +5 +6 +7 Senkung sofort wirksam Erhöhung Schutzfrist 7 Tage

§ 6c Abs. 3 Sätze 2 und 3 GlüStV 2021. Quelle: § 6c GlüStV 2021, Selbstlimitierung und Limitdatei.

Die Asymmetrie ist Absicht: Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 7 Tagen. Wer im Verlauf eines Abends mehr einzahlen will, kann das nicht an diesem Abend entscheiden. Genau dieser Zeitversatz ist der Kern des Instruments, nicht die Höhe des Limits.

Welche Daten im System liegen

Nach Auskunft der Aufsicht speichert LUGAS das gesetzte Limit, die Einzahlungen des laufenden Monats und den Aktivitätsstatus. Bemerkenswert ist ein Detail, das häufig übersehen wird: Auch fehlgeschlagene Einzahlungsversuche werden erfasst.

  • Höhe des gesetzten anbieterübergreifenden Einzahlungslimits
  • getätigte Einzahlungen im laufenden Monat
  • fehlgeschlagene Einzahlungsversuche
  • Aktivitätsstatus bei erlaubten Anbietern

Erreicht eine Person das Limit, lehnt der Anbieter weitere Einzahlungen ab, unabhängig davon, wie viel Guthaben auf anderen Konten liegt. Weil auch die abgelehnten Versuche protokolliert werden, entsteht in der Datei ein Bild davon, wie oft die Grenze überhaupt erreicht wird. Veröffentlicht wird dieses Bild allerdings nicht, und das ist der Grund, warum es zur Wirksamkeit des Limits kaum belastbare Zahlen gibt.

Zur Speicherdauer heißt es: Es liegen immer nur die aktuellen Daten eines Monats im System vor; Daten aus Vormonaten werden nicht vorgehalten. Eine Verlaufsstatistik über Monate hinweg entsteht dort also nicht, was erklärt, warum es keine öffentlichen LUGAS-Zeitreihen gibt, während die Sperrdatei OASIS regelmäßig mit Bestandszahlen zitiert wird.

Quelle: FAQ zum Länderübergreifenden Glücksspielaufsichtssystem (LUGAS), Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

LUGAS und OASIS erklärt: zwei Systeme, zwei Fragen

LUGAS und OASIS werden regelmäßig verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Fragen beantworten. OASIS ist die Sperrdatei und entscheidet, ob eine Person überhaupt spielen darf. LUGAS entscheidet nicht über den Zugang, sondern begrenzt, wie viel eingezahlt und wie parallel gespielt werden darf.

OASIS

Darf diese Person spielen?

Sperrdatei. Eine Sperre schließt vom Spiel bei allen erlaubten Anbietern aus.

LUGAS

Wie viel und wie parallel darf gespielt werden?

Limit- und Aktivitätsdatei. Begrenzt Einzahlungen und gleichzeitiges Spiel.

LUGAS und OASIS greifen deshalb an verschiedenen Punkten derselben Anmeldung: Zuerst wird geprüft, ob eine Sperre besteht, und erst danach, welches Limit gilt. Praktisch heißt das: Eine Person ohne Sperre kann trotzdem am Limit anstehen, und eine Person mit gesperrtem Konto wird von LUGAS nicht wieder freigegeben. Wer beide Systeme in einem Satz zusammenfasst, verliert genau die Unterscheidung, die im Streitfall zählt. Ausführliche Zahlen zur Verbreitung problematischen Spielverhaltens stehen unter Spielsucht in Zahlen, die Sperrdatei selbst unter OASIS.

Häufige Fragen zu LUGAS

Was ist LUGAS in einem Satz?

Das zentrale Aufsichtssystem der Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), das das anbieterübergreifende Einzahlungslimit und den Aktivitätsstatus bei erlaubten Online-Anbietern führt.

Wie hoch ist das Einzahlungslimit?

Grundsätzlich höchstens 1.000 Euro im Monat für alle erlaubten Anbieter zusammen (§ 6c Abs. 1 Satz 2 GlüStV 2021). Ein abweichender Betrag ist nur im Rahmen der Erlaubnis und nicht durch eigene Einstellung möglich.

Warum wirkt eine Erhöhung nicht sofort?

Weil eine Schutzfrist von 7 Tagen gilt (§ 6c Abs. 3 Sätze 2 und 3 GlüStV 2021). Senkungen wirken dagegen sofort. Der Zeitversatz soll Entscheidungen im Spielverlauf verhindern.

Speichert LUGAS mein Spielverhalten dauerhaft?

Nach Angabe der Aufsicht liegen immer nur die Daten des laufenden Monats im System. Erfasst werden das Limit, Einzahlungen einschließlich fehlgeschlagener Versuche und der Aktivitätsstatus.

Quellen

Vollständige Übersicht unter Quellen und Methodik.