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Hausvorteil · Vergleich aller Spiele

Hausvorteil: was Roulette, Blackjack und Spielautomaten kosten

Der Hausvorteil ist der Anteil der Einsätze, der langfristig beim Anbieter bleibt. Der Hausvorteil beim Roulette folgt dabei direkt aus 37 Kesselfächern, bei Spielautomaten aus einem Modell, das niemand einsehen kann. In Euro gelesen ist der Abstand zwischen den Spielen größer als der Abstand zwischen zwei Anbietern desselben Spiels.

Was kostet der Hausvorteil

Spiel und Einsatz

2,70 %Hausvorteil
27,00 €erwarteter Verlust

Erwarteter Verlust gleich Gesamteinsatz mal Hausvorteil. Kein Spieltempo unterstellt.

Aufsicht auf die messingbeschlagene Ecke eines alten Spieltisches mit zwei Würfeln und zwei verdeckten Karten

Was der Hausvorteil in Euro bedeutet

Die folgende Tabelle multipliziert nur. Links steht das Spiel mit seinem Anteil, oben der Betrag, der insgesamt eingesetzt wird, und in der Zelle der Verlust, der im Erwartungswert daraus folgt. Es steckt keine Annahme über Spieltempo darin, weil jede solche Annahme eine erfundene Zahl wäre.

Erwarteter Verlust in Euro, nach Spiel und gesamtem Einsatz
Spiel Hausvorteil 100 €500 €1.000 €5.000 €10.000 €
Video Poker (9/6 Jacks or Better) 0,46 % 0,462,304,6023,0046,00
Blackjack (Basisstrategie, 6 Decks, S17) 0,50 % 0,502,505,0025,0050,00
Baccarat (Banker) 1,06 % 1,065,3010,6053,00106,00
Craps (Pass Line) 1,41 % 1,417,0514,1070,50141,00
Roulette (Single Zero) 2,70 % 2,7013,5027,00135,00270,00
Roulette (Double Zero) 5,26 % 5,2626,3052,60263,00526,00
Geldspielautomaten in Spielhallen und Gastronomie (Deutschland) 22,90 % 22,90114,50229,001.145,002.290,00
Farbintensität steigt mit dem Betrag, eine Farbe, eine Skala. Werte für Casinospiele aus der Spielmathematik des jeweiligen Regelsatzes, Wert für Geldspielautomaten abgeleitet aus 77,1 Prozent Auszahlungsquote (Jahrbuch Sucht 2025, Kapitel 2.4 „Glücksspiel – Zahlen und Fakten“, Berichtsjahr 2023).

Die letzte Zeile ist der eigentliche Befund dieser Seite. Wer 10.000 Euro über ein Video-Poker-Spiel mit optimaler Spielweise einsetzt, verliert im Erwartungswert 46,00 Euro. Dieselbe Summe an einem deutschen Geldspielautomaten kostet 2.290,00 Euro. Das ist kein Unterschied im Detail, sondern ein Faktor von rund 50.

Hausvorteil beim Roulette

Der Hausvorteil beim Roulette ist der Fall, in dem sich alles in einem Satz herleiten lässt. Der Kessel hat 37 Fächer, die Auszahlung auf eine einzelne Zahl beträgt 35:1. Der fehlende Betrag ist genau ein Fach: 1 geteilt durch 37 ergibt 2,70 Prozent. Dieser Wert gilt für jede Standardwette am Single-Zero-Kessel, für die Einzelzahl genauso wie für Rot oder Schwarz.

Am Double-Zero-Kessel kommt ein zweites Nullfach hinzu, die Auszahlung bleibt bei 35:1. Aus 1/37 wird 2/38, also 5,26 Prozent. Ein einziges zusätzliches Fach verdoppelt den Anteil beim Roulette annähernd. Wer beide Varianten im selben Haus vorfindet, hat mit der Wahl des Tisches mehr entschieden als mit jeder Wettstrategie: Der Hausvorteil beim Roulette wird am Tisch gewählt, nicht am Einsatz.

Single Zero

2,70 %

37 Fächer, ein Nullfach

gegen

Double Zero

5,26 %

38 Fächer, zwei Nullfächer

Hausvorteil beim Blackjack

Der Hausvorteil beim Blackjack ist der niedrigste unter den klassischen Tischspielen, aber er ist keine feste Zahl. Er hängt an der Basisstrategie und an den Tischregeln. Eine eigene Berechnung für dieses Projekt ergibt unter einem klar benannten Regelsatz 0,69 Prozent, und 0,57 Prozent, sobald das Verdoppeln nach dem Teilen erlaubt ist.

Der Wert schwankt also um 0,12 Prozentpunkte aufgrund einer einzigen Nebenregel. Er ist größer als der gesamte Anteil beim Baccarat auf die Bank, der bei 1,06 Prozent liegt. Die vollständige Strategietabelle, die Überkauf-Wahrscheinlichkeiten des Dealers und das verwendete Modell stehen auf der Blackjack-Seite.

Hausvorteil bei Spielautomaten

Bei Spielautomaten ist der Hausvorteil keine Eigenschaft der Regeln, sondern des Mathematikmodells im Gerät, und er liegt eine Größenordnung höher als bei Tischspielen. Für Spielautomaten gilt deshalb eine eigene Lesart. Für Geldspielgeräte in Spielhallen und Gastronomie rechnet das Jahrbuch Sucht mit 77,1 Prozent Auszahlungsquote als unterer Grenze des Spektrums. Daraus folgt ein Hausvorteil von bis zu 22,9 Prozent.

Diese Zahl lässt sich mit den gesetzlichen Grenzwerten zu einer Stundenrechnung verbinden. Die Spielverordnung schreibt fünf Sekunden Mindestspieldauer und höchstens 0,20 Euro Einsatz je Spiel vor, macht also maximal 720 Spiele und 144,00 Euro Einsatz pro Stunde möglich. Bei 22,9 Prozent Hausvorteil ergibt das einen erwarteten Verlust von rund 32,98 Euro je Stunde.

Was daran auffällt: Dieselbe Verordnung begrenzt den Verlust auf 60 Euro je Stunde. Der erwartete Verlust bei maximalem Tempo liegt mit 32,98 Euro deutlich darunter. Die Stundengrenze bremst also nicht den Durchschnitt, sondern die Ausschläge: Sie verhindert die schlechten Stunden, nicht den langfristigen Preis des Spielens.

Online gilt ein anderer Rahmen. Dort begrenzt der Glücksspielstaatsvertrag den Einsatz auf einen Euro je Spiel bei ebenfalls fünf Sekunden Mindestdauer, verlangt aber zusätzlich, dass die durchschnittliche Auszahlungsquote je Euro Einsatz im Spiel angezeigt wird. Der Anteil ist dort also nachlesbar, während er am Gerät in der Spielhalle nur aus Branchenzahlen erschlossen werden kann.

Je Spiel im Detail

Drei Spiele haben eine eigene Seite, weil bei ihnen entweder die Regeln oder das Tempo den Wert bestimmen und beides eine eigene Rechnung braucht.

  1. Hausvorteil beim Roulette Sieben Wetten, ein Wert, dazu die Wirkung eines zweiten Nullfachs und der Regel La Partage.
  2. Hausvorteil beim Blackjack Berechnete Basisstrategie, Überkauf-Wahrscheinlichkeiten und was einzelne Tischregeln kosten.
  3. Hausvorteil bei Spielautomaten Warum es ein Bereich ist und warum das Spieltempo den Prozentwert in den Schatten stellt.

Häufige Fragen zum Hausvorteil

Welches Casinospiel hat den niedrigsten Hausvorteil?

Video Poker in der 9/6-Auszahlungstabelle bei optimaler Spielweise mit 0,46 Prozent, gefolgt von Blackjack mit Basisstrategie. Beide Werte setzen fehlerfreies Spiel voraus; wer nach Gefühl spielt, verschiebt sie nach oben.

Ist der Hausvorteil beim Roulette bei jeder Wette gleich?

Am Single-Zero-Kessel ja, 2,70 Prozent für jede Standardwette. Was sich zwischen Einzelzahl und Rot oder Schwarz unterscheidet, ist nicht der Erwartungswert, sondern die Streuung.

Kann man den Hausvorteil durch eine Strategie aufheben?

Bei Spielen mit festen Auszahlungen nicht. Progressionen wie das Verdoppeln nach Verlusten verändern die Verteilung der Ergebnisse, nicht den Erwartungswert. Bei Blackjack und Video Poker lässt sich der Hausvorteil durch korrektes Spiel verkleinern, aber nicht auf null bringen.

Warum ist der Hausvorteil an Automaten so viel höher?

Weil er nicht aus einer offenen Auszahlungstabelle folgt, sondern im Gerät konfiguriert ist, und weil das Spieltempo ein Vielfaches höher ist. Beide Effekte wirken in dieselbe Richtung.

Quellen

Vollständige Übersicht unter Quellen und Methodik.