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Hausvorteil · Roulette

Hausvorteil beim Roulette: warum jede Wette gleich teuer ist

Roulette ist das Spiel, dessen Preis sich in einer Zeile herleiten lässt. Der Hausvorteil ist der Anteil der Nullfächer am Kessel, und er ist bei jeder Standardwette derselbe. Was ihn verändert, ist nicht die Wette, sondern der Tisch.

Kessel und Tischregel

Wirkung auf den Hausvorteil

2,70 %Hausvorteil, gewöhnliche Wette
2,70 %Hausvorteil, einfache Chance
27,03 €erwarteter Verlust je 1.000 € Einsatz

Alle Werte hier berechnet: Der Hausvorteil ist der Anteil der Nullfächer, und La Partage halbiert ihn auf den einfachen Chancen, weil dort bei Zero nur der halbe Einsatz verloren geht.

Nahaufnahme von Messingrand und Turm eines stillstehenden Roulettekessels im Streiflicht

Sieben Wetten, ein Hausvorteil

Am Kessel mit einem Nullfach gibt es 37 Fächer. Eine Wette auf k Zahlen trifft in k von 37 Fällen und zahlt dann das entsprechende Vielfache. Setzt man beides zusammen, kommt für jede Standardwette dasselbe Ergebnis heraus, weil jede Auszahlung so bemessen ist, dass genau ein Fach fehlt.

Alle Standardwetten am Kessel mit einem Nullfach
Wette Zahlen Auszahlung Auszahlungsquote Hausvorteil
Plein, eine Zahl 1 35 : 1 97,30 % 2,70 %
Cheval, zwei Zahlen 2 17 : 1 97,30 % 2,70 %
Transversale, drei Zahlen 3 11 : 1 97,30 % 2,70 %
Carré, vier Zahlen 4 8 : 1 97,30 % 2,70 %
Sixain, sechs Zahlen 6 5 : 1 97,30 % 2,70 %
Douzaine, zwölf Zahlen 12 2 : 1 97,30 % 2,70 %
Einfache Chance, achtzehn Zahlen 18 1 : 1 97,30 % 2,70 %

Sieben Zeilen, ein einziger Wert. Daraus folgt eine Aussage, die dem Gefühl widerspricht: Es gibt am Roulettetisch keine günstigere und keine teurere Wette. Was sich zwischen den Zeilen unterscheidet, ist allein die Streuung, und die ist auf der Seite zur Volatilität nachgerechnet. Eine Wette auf eine einzelne Zahl kostet genauso viel wie eine auf Rot, sie tut es nur in größeren Schritten.

Ein zweites Nullfach verdoppelt den Preis

Am Kessel mit zwei Nullfächern gibt es 38 Fächer, die Auszahlungen bleiben unverändert. Aus einem fehlenden Fach von 37 werden zwei von 38, also 5,26 Prozent statt 2,70 Prozent. Das ist annähernd eine Verdopplung, ausgelöst von einem einzigen zusätzlichen Fach, das die meisten Spielenden nicht als Preisunterschied wahrnehmen.

In Euro gerechnet: Bei 1.000 Euro Gesamteinsatz kostet der Single-Zero-Kessel im Erwartungswert 27,00 Euro, der Double-Zero-Kessel 52,60 Euro. Wer beide Varianten im selben Haus vorfindet, hat mit der Wahl des Tisches mehr entschieden als mit jeder Wettstrategie, und zwar bevor die erste Kugel gefallen ist.

Woran man es erkennt: Am Kessel selbst, nicht am Tableau. Ein zusätzliches Feld mit doppelter Null ist das einzige verlässliche Zeichen, und es steht im Kessel, nicht im Aushang.

La Partage: die einzige Regel, die den Preis senkt

An manchen Tischen gilt für die einfachen Chancen, also für Rot, Schwarz, Gerade, Ungerade und die Hälften, eine Sonderregel: Fällt die Null, geht nur der halbe Einsatz verloren. Diese Regel heißt La Partage, und ihre Wirkung lässt sich exakt ausrechnen.

Von 37 Fächern gewinnen 18, verlieren 18, und eines ist die Null. Ohne Sonderregel ist der Erwartungswert ein verlorenes Fach von 37, also 2,70 Prozent. Mit La Partage ist es ein halbes Fach von 37, also 1,35 Prozent. Der Hausvorteil auf den einfachen Chancen halbiert sich damit genau, während er auf allen anderen Wetten unverändert bei 2,70 Prozent bleibt.

Das ist der einzige Fall am Roulettetisch, in dem die Wahl der Wettart doch einen Preisunterschied macht: an einem Tisch mit La Partage, und nur für die einfachen Chancen. Wer dort auf eine einzelne Zahl setzt, zahlt weiter den vollen Satz. Eine verwandte Variante ist En Prison, bei der der Einsatz bei Null für eine Runde gesperrt wird statt halbiert zu werden; in der einfachen Ausführung führt sie zum gleichen Ergebnis.

Häufige Fragen zum Roulette

Welche Roulettewette hat den niedrigsten Hausvorteil?

Am gewöhnlichen Single-Zero-Kessel keine: alle Standardwetten liegen bei 2,70 Prozent. Nur an einem Tisch mit La Partage sind die einfachen Chancen mit 1,35 Prozent günstiger.

Hilft eine Verdopplungsstrategie gegen den Hausvorteil?

Nein. Progressionen verändern die Verteilung der Ergebnisse, nicht den Erwartungswert. Die Rechnung dazu steht unter Mythen.

Ist der Kessel manipulierbar?

Für die Frage nach dem Preis des Spiels ist das irrelevant: Der Hausvorteil ist bereits in den Auszahlungen enthalten und braucht keine Unregelmäßigkeit. Ein Kessel muss nicht unfair sein, um profitabel zu sein.

Warum zahlt eine einzelne Zahl 35:1 und nicht 36:1?

Weil 36:1 die faire Auszahlung wäre und die Quote auf genau 100 Prozent bringen würde. Die fehlende Einheit ist der gesamte Hausvorteil des Spiels.

Quellen

  • Alle Werte dieser Seite sind aus Fächerzahl und Auszahlung berechnet; die Rechnungen stehen im Text. Eine Fremdquelle wäre dafür ein Umweg.

Übersicht unter Hausvorteil, Grundlagen unter RTP berechnen.