Wie viele Menschen betroffen sind
Innerhalb von zwölf Monaten haben 36,5 Prozent der Befragten an irgendeiner Form von Glücksspiel teilgenommen, ein Anstieg um 6,8 Prozentpunkte gegenüber der Erhebung davor. Auf Grundlage eines Screenings glücksspielbezogener Probleme erfüllen 2,4 Prozent die Kriterien einer Störung durch Glücksspielen nach DSM-5, gegenüber 2,3 Prozent in der Vorerhebung. Weitere 6,1 Prozent zeigen ein riskantes Spielverhalten, ohne die Kriterien einer Störung zu erfüllen.
Die Balkenbreite zeigt die Anteile innerhalb der 8,5 Prozent auffälliger Befunde. Die verbleibenden 91,5 Prozent der Befragten hatten keinen Screening-Befund, was nicht gleichbedeutend ist mit einem Nichtspielen. Quelle: Jahrbuch Sucht 2025, Kapitel 2.4 „Glücksspiel – Zahlen und Fakten“.
Ein zweiter Wert beschreibt die Reichweite über die Betroffenen hinaus: 6,7 Prozent der Befragten kennen mindestens eine Person im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis, für die Glücksspiel ein Problem darstellt. Die Zahl der mitbetroffenen Angehörigen liegt damit deutlich über der Zahl der Betroffenen selbst.
Teilnahme nach Spielform
Die Verbreitung der einzelnen Spielformen unterscheidet sich um mehr als das Dreißigfache. Lotterien erreichen einen großen Teil der Bevölkerung, die Spielformen mit hohem Suchtpotenzial dagegen einen kleinen.
| Spielform | Teilnahme | Veränderung | Suchtpotenzial |
|---|---|---|---|
| Lotto 6 aus 49 | 19,8 % | +0,5 pp | niedrig |
| Soziallotterien | 14,5 % | +7,9 pp | niedrig |
| Eurojackpot | 13,0 % | +2,3 pp | niedrig |
| Sportwetten mit Festquoten | 2,5 % | -0,8 pp | hoch |
| Geldspielautomaten | 1,9 % | -0,1 pp | hoch |
| Live-Sportwetten | 1,1 % | -0,3 pp | hoch |
| Roulette in Spielbanken | 0,9 % | 0,0 pp | hoch |
| Virtuelle Automatenspiele | 0,5 % | neu erhoben | hoch |
Quelle: Jahrbuch Sucht 2025, Kapitel 2.4 „Glücksspiel – Zahlen und Fakten“, Gerhard Meyer, Tobias Hayer. Kategorie „Virtuelle Automatenspiele" erstmals erhoben.
Wo sich das Risiko konzentriert
Der aussagekräftigste Wert dieser Statistik ist nicht die Teilnahme, sondern der Anteil der Spielenden einer Spielform, die die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung erfüllen. Er dreht das Bild um: Die Spielformen mit den wenigsten Spielenden sind die mit dem höchsten Anteil Betroffener.
Bei den virtuellen Automatenspielen sind 32,8 Prozent der Spielenden betroffen, bei Live-Sportwetten 31,8 Prozent. Gleichzeitig nehmen an virtuellen Automatenspielen nur 0,5 Prozent der Bevölkerung teil und an Live-Sportwetten 1,1 Prozent. Die Kombination aus geringer Verbreitung und hohem Anteil Betroffener ist der Grund, warum die Regulierung genau diese Spielformen mit Einsatzgrenzen, Limitsystem und Sperrdatei belegt und Lotterien nicht.
Was diese Zahlen nicht leisten
Eine Prävalenz ist eine Momentaufnahme einer Befragung, keine Diagnose und keine Prognose. Der Anteil Betroffener unter den Spielenden einer Spielform sagt nichts darüber, ob die Spielform das Verhalten verursacht oder ob Menschen mit bereits problematischem Verhalten sich zu ihr hin bewegen. Die Daten zeigen eine Konzentration, keine Ursache.
Ebenso wenig lässt sich aus einer Auszahlungsquote oder einem Hausvorteil ein Suchtrisiko ableiten. Die mathematischen Kennzahlen dieser Seite beschreiben, was ein Spiel im Erwartungswert kostet. Wie schnell gespielt wird, wie leicht der Zugang ist und wie unmittelbar Verlust und nächster Einsatz aufeinander folgen, sind davon unabhängige Eigenschaften, und genau sie stehen in der Forschung im Vordergrund.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen in Deutschland sind spielsüchtig?
Nach dem Screening der Erhebung 2023 erfüllen 2,4 Prozent der 16- bis 70-Jährigen die DSM-5-Kriterien einer Störung durch Glücksspielen, davon 0,7 Prozent eine schwere Störung. Weitere 6,1 Prozent zeigen riskantes Spielverhalten.
Bei welcher Spielform ist der Anteil Betroffener am höchsten?
Bei virtuellen Automatenspielen mit 32,8 Prozent der Spielenden, gefolgt von Live-Sportwetten mit 31,8 Prozent, Poker mit 26,9 Prozent und Geldspielautomaten mit 25,5 Prozent.
Woher kommen diese Zahlen?
Aus dem Kapitel „Glücksspiel, Zahlen und Fakten" im Jahrbuch Sucht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, verfasst von Gerhard Meyer, Tobias Hayer. Die Prävalenzangaben beruhen auf einer im Jahr 2023 durchgeführten Bevölkerungserhebung.
Wo finde ich Hilfe?
Beim Beratungstelefon des Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unter 0800 1 37 27 00, kostenlos und anonym, sowie über das Portal check-dein-spiel.de. Eine Spielsperre für alle erlaubten Anbieter in Deutschland ist über die Sperrdatei OASIS möglich.
Quellen
- Jahrbuch Sucht 2025, Kapitel 2.4 „Glücksspiel – Zahlen und Fakten“, Gerhard Meyer, Tobias Hayer, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). DOI 10.2440/012-0021.
- Beratungstelefon zur Glücksspielsucht, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Telefonnummer am 28.07.2026 geprüft.
Vollständige Übersicht unter Quellen und Methodik.