01Die Zahlen des Jahres 2023 im Überblick
Für das Berichtsjahr 2023 weist das Jahrbuch Sucht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen Spieleinsätze von 63,5 Mrd. Euro auf dem legalen Markt aus, ein Plus von 19,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: 2019, vor der Pandemie und vor der Legalisierung von Sportwetten und virtuellem Automatenspiel, lag dieser Wert bei 42,6 Mrd. Euro. Der Sprung ist keine Verhaltensänderung der Bevölkerung, sondern vor allem eine Verschiebung: Angebote, die vorher unreguliert stattfanden, tauchen seit der Legalisierung in der Statistik auf. Die Statistik des Glücksspielmarktes Deutschlands wurde damit nicht nur größer, sondern zum ersten Mal vollständig.
Der Bruttospielertrag des regulierten Marktes, also die Summe der Einsätze minus der ausgezahlten Gewinne, betrug im selben Jahr 13,7 Mrd. Euro. Das ist knapp ein Fünftel der Einsätze und der Grund, warum jede Aussage über die Größe dieses Marktes zuerst klären muss, welche der beiden Zahlen gemeint ist. Der Bruttospielertrag des Glücksspielmarktes ist dabei die Kennzahl, die wirtschaftlich etwas aussagt. Für den nicht regulierten Markt schätzt dieselbe Quelle einen Ertrag von 0,4 bis 0,6 Mrd. Euro.
Einsätze legaler Markt
63,5 Mrd. €
Bruttospielertrag
13,7 Mrd. €
Staatseinnahmen
6,6 Mrd. €
Einsätze 2019
42,6 Mrd. €
Quelle: Jahrbuch Sucht 2025, Kapitel 2.4 „Glücksspiel – Zahlen und Fakten“, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Berichtsjahr 2023. DOI 10.2440/012-0021.
02Einsätze pro Quartal seit 2025
Seit August 2025 veröffentlicht die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder die Einsätze der länderübergreifenden Online-Angebote quartalsweise. Damit existiert erstmals eine laufende Zeitreihe statt einer Jahreszahl. Sie zeigt ein saisonales Muster bei den Sportwetten, deren Einsätze im Sommerquartal einbrechen und zum Jahresende wieder anziehen, und ein ruhiges, leicht steigendes Niveau bei den virtuellen Automatenspielen.
Spieleinsätze in Mio. Euro. Quelle: GGL-Marktmonitor Glücksspiel, Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), aktualisiert am 2026-06-23. Länderübergreifende Online-Glücksspiele. Spieleinsätze sind NICHT der Bruttospielertrag, bei virtuellen Automatenspielen wird derselbe Betrag durch Wiedereinsatz von Gewinnen vielfach umgesetzt.
Werte als Tabelle
| Segment | 2025 Q1 | 2025 Q2 | 2025 Q3 | 2025 Q4 | 2026 Q1 |
|---|---|---|---|---|---|
| Sportwetten (online) | 1.594 | 1.391 | 1.399 | 1.705 | 1.809 |
| Virtuelle Automatenspiele | 1.099 | 1.115 | 1.121 | 1.231 | 1.201 |
| Online-Poker | 210 | 190 | 192 | 194 | 186 |
03Der Glücksspielmarkt Deutschlands nach Segmenten
Das größte Segment ist nicht online, sondern steht in Spielhallen und in der Gastronomie. Auf Geldspielautomaten entfielen 2023 rund 21 Mrd. Euro Einsätze. Sportwetten kamen auf 12 Mrd. Euro, virtuelles Automatenspiel und Online-Poker gemeinsam auf 5,7 Mrd. Euro. Die Reihenfolge dreht sich nicht, wenn man auf den Ertrag schaut, aber die Abstände verändern sich drastisch, weil die Segmente völlig unterschiedliche Auszahlungsquoten haben.
Einsätze 2023
in Mrd. Euro
Bruttospielertrag 2023
in Mrd. Euro
Warum zwei getrennte Diagramme und keine gemeinsame Skala: Einsätze und Ertrag stehen in keinem festen Verhältnis. Ein Euro Einsatz an einem Geldspielautomaten hinterlässt ein Vielfaches dessen, was ein Euro Einsatz an einem virtuellen Automatenspiel hinterlässt, weil bei letzterem gewonnenes Geld sofort wieder eingesetzt wird und denselben Umsatz mehrfach erzeugt.
Quelle: Jahrbuch Sucht 2025, Kapitel 2.4 „Glücksspiel – Zahlen und Fakten“, Berichtsjahr 2023. Bruttospielertrag bei 77,1 % Spielgewinnanteil, der unteren Grenze des Auszahlungsquoten-Spektrums.
04Kanalisierung: wie groß der unerlaubte Markt ist
Für das Jahr 2024 beziffert die Aufsicht den Anteil unerlaubter, also nicht regulierter Online-Angebote am Marktvolumen auf 23 Prozent. Daraus ergibt sich eine Kanalisierungsquote von 77 Prozent: So viel des Online-Spiels findet im erlaubten Markt statt.
Diese Zahl gehört mit einer Einschränkung gelesen, die die Behörde selbst formuliert: Der Tätigkeitsbericht für 2025 weist bewusst keine eigenen Kennzahlen zur Größe des illegalen Marktes für dieses Jahr aus und verweist stattdessen auf eine separate wissenschaftliche Untersuchung mit Daten aus 2024. Wer eine Kanalisierungsquote für 2025 nennt, nennt also eine Zahl, die es in dieser Form nicht gibt.
Quelle: Tätigkeitsbericht 2025 der GGL, veröffentlicht am 2026-07-03.
05Bruttospielertrag: was bei den Anbietern bleibt
Der Bruttospielertrag des Glücksspielmarktes ist die betriebswirtschaftliche Kehrseite der Auszahlungsquote. Bei den Geldspielautomaten in Spielhallen und Gastronomie lässt sich das direkt nachrechnen: Das Jahrbuch legt seiner Ertragsrechnung für 2023 einen Spielgewinnanteil von 77,1 Prozent zugrunde, die untere Grenze des Auszahlungsquoten-Spektrums, und kommt damit auf 4,8 Mrd. Euro Bruttospielertrag. Anders gesagt: Von jedem eingesetzten Euro bleiben in dieser Rechnung knapp 23 Cent im Gerät. Am Single-Zero-Roulette sind es 2,7 Cent.
Diese Spanne ist der wichtigste Befund der gesamten Marktstatistik, und er wird selten so deutlich ausgesprochen. Die Unterschiede zwischen den Spielformen sind nicht graduell, sondern eine Frage der Größenordnung. Wer wissen will, wie teuer eine Stunde Spiel im Erwartungswert ist, muss nicht den Anbieter vergleichen, sondern die Spielform: Der Abstand innerhalb eines Casinos ist größer als der Abstand zwischen zwei Casinos.
Die glücksspielbezogenen Einnahmen des Staates lagen 2023 bei 6,6 Mrd. Euro und damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Sie setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, darunter Sportwetten- und Umsatzsteuer, Gewinnablieferungen der Lotterien und die Spielbankabgabe. Damit fließt rund die Hälfte des Ertrags, den der Glücksspielmarkt Deutschlands erwirtschaftet, in öffentliche Kassen. Eine Trennung nach regulierten und nicht regulierten Angeboten ist für dieses Jahr nicht mehr möglich, weil sich die Berechnungsgrundlage geändert hat.
06Häufige Fragen zur Statistik des Glücksspielmarktes
Wie groß ist der deutsche Glücksspielmarkt?
Das hängt vom Maß ab. Für den Glücksspielmarkt Deutschlands gilt: Gemessen an den Spieleinsätzen des legalen Marktes waren es 2023 63,5 Mrd. Euro, gemessen am Bruttospielertrag 13,7 Mrd. Euro. Beide Zahlen sind korrekt und unterscheiden sich um mehr als das Vierfache, weil Einsätze mehrfach umgesetzt werden.
Woher kommen die offiziellen Zahlen zum Glücksspiel?
Laufende Marktzahlen veröffentlicht die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder quartalsweise im Marktmonitor sowie jährlich im Tätigkeitsbericht. Die aufbereiteten Jahreszahlen samt Prävalenz und Staatseinnahmen erscheinen im Jahrbuch Sucht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.
Was bedeutet die Kanalisierungsquote?
Sie beschreibt, welcher Anteil des Online-Spiels bei erlaubten Anbietern stattfindet. Für 2024 liegt sie bei 77 Prozent, der unerlaubte Rest bei 23 Prozent.
Sind Spieleinsätze und Umsatz dasselbe?
Im Sprachgebrauch der Statistik ja, im wirtschaftlichen Sinn nein. Der Einsatz ist der Betrag, der gesetzt wird, auch wenn es derselbe Euro zum zehnten Mal ist. Erst der Bruttospielertrag entspricht dem, was ein Anbieter tatsächlich einnimmt.
07Quellen dieser Seite
- GGL-Marktmonitor Glücksspiel, Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), aktualisiert 2026-06-23. Spieleinsätze (nicht Bruttospielertrag).
- Tätigkeitsbericht 2025 der GGL, Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), veröffentlicht 2026-07-03.
- Jahrbuch Sucht 2025, Kapitel 2.4 „Glücksspiel – Zahlen und Fakten“, Gerhard Meyer, Tobias Hayer, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Berichtsjahr 2023.
Eine vollständige Übersicht steht unter Quellen und Methodik.